Farbkanarien in Topas und Spalter



Buntkopfpapageiamadine

 


    

Magellanzeisig (Topas)

 

         

Dimmbare LED-Beleuchtung:        

Um meine neue Zuchtanlage optimal ausleuchten zu  

können, habe ich  

mir oberhalb der  

Boxen einen Beleuchtungs-

schacht von 10cm Höhe anbringen lassen.   

 

Über einer 1,50m-Box hatte ich jeweils eine 1,20m-Lichtleiste mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) angebracht. Das Vogelauge ist in der Lage die Frequenz einer normalen Lichtleiste (50 Hertz) aufzulösen, die Vögel sitzen somit im Stroboskoplicht, was unnötig für Streß sorgt. Ein EVG setzt die Frequenz so hoch, daß sie vom Vogelauge nicht mehr aufgelöst werden kann. 36W-EVG-Lichtleisten kosten in vielen Baumärkten nur ca. 5 €, sie brennen ohne Flackern sofort nach dem Betätigen des Lichtschalters und sie haben keinen Starter. Nachts brannten bei mir 8W-Energiesparlampen an der Decke der beiden Zuchträume. 10 Minuten vor dem Ausschalten der Hauptbeleuchtung startete die Nachtbeleuchtung, morgens war es umgekehrt. 

Diese Beleuchtung war viele Jahre ok für mich, auch wenn ich damit nie 100%ig zufrieden war. Ich hatte bereits mit dimmbaren Lichtleisten und professionellen Dimmern geliebäugelt. Da aber eine 36W-Lichtleiste mit dimmbarem EVG ca. 80 € gekostet und ich zusätzlich 4 Dimmer für jeweils  ca. 200 € benötigt hätte, habe ich die Sache verworfen.  

Die steigenden Stromkosten meiner damaligen Beleuchtung wurden jedoch zunehmend zum Problem. In meiner Anlage brannten 24 Lichtleisten à 36 Watt im Schnitt 12h pro Tag an 365 Tagen, das macht ca. 3.800 kWh im Jahr. Umgerechnet kam ich auf etwa 800 € Stromkosten im Jahr allein für meine "Vögelei" (Tendenz steigend). Die 8W-Nachtbeleuchtung an der Decke war auch nie das Gelbe vom Ei, die oberen Boxen waren nachts zu hell, die unteren zu dunkel. Ich hatte schon Vögel die dadurch völlig aus dem Rhythmus kamen, egal wann die Zeitschaltuhr die Hauptbeleuchtung startete. Weiterhin wurden die Vögel durch ein außerhalb angebrachtes Nachtlicht eher geblendet. Versuchen sie mal einen nachts aufgeschreckten Vogel per Taschenlampe zu einer Sitzstange zu dirigieren, das ist aufgrund der Blendung kein einfaches Unterfangen. Um die Stromkosten zu reduzieren und trotzdem eine gute Beleuchtung zu erhalten, habe ich etwas experimentiert und will Ihnen gern meine Erfahrungen aus Sicht eines Vogelzüchters in Bild und Text nahe bringen:  

 

Leuchtstoffröhre, LED-Röhre + Jähne-LED-Strips mit Hochleistungs-3-Chip-LED, in Aluprofil wasserdicht vergossen, mit Montagehalterung  

und steckbaren Anschlußkabeln versehen. 

 

Zunächst habe ich mit mehreren Energiesparlampen als Haupt-beleuchtung experimentiert, die insgesamt eine geringere Wattzahl als die bisherige Beleuchtung per Lichtleiste hatten. Das Ergebnis erinnerte mich an eine Sonnenfinsternis und es war absolut keine Alternative für mich. Danach folgten LED-Röhren, diese kosteten mich in 1,20m Länge ca. 60 bis 70 € und verbrauchten ca. 18W (immerhin 18W weniger). Die Farbtemperatur war zwischen 4000 (warm/rötlich) und 6000° Kelvin (kalt/bläulich) wählbar, es war eine Alternative, wenn ich auch mit einer leichten Verringerung der Lichtintensität leben musste. Um diese Röhren nutzen zu können war nur ein kleiner Umbau an den bisherigen Lichtleisten nötig (Starter raus + EVG überbrücken).  

Ich ersetzte also testweise ein paar Leuchtstoffröhren durch LED-Röhren.  

Die Problematik mit dem plötzlichen Ausschalten der Hauptbeleuchtung  

und das suboptimale 8W-Nachtlicht blieben mir jedoch erhalten. Die Vögel flogen in aller Regel aufgeschreckt umher, hingen am Gitter und hatten erst nach 10 Minuten ihren Schlafplatz gefunden. Unnötiger Streß, der hin und wieder auch eine Henne von den Eiern getrieben hat. Man hätte diese Röhren zwar sicher auch dimmen können, aber insgesamt wäre mir dies dann doch zu teuer geworden.

 

Umstellung auf LED-Strips in 2011:  

Auf der AZ-Bundesschau 2011 entdeckte ich einen kleinen Stand mit LED-Beleuchtungssystemen. Ein netter Ostfriese beantwortete mir geduldig sämtliche Fragen, die ich zu dieser Beleuchtungsart hatte. Er machte mich sehr neugierig, zumal er gleich Dimmer mit nächtlichem Mondlichteffekt anbot, die mich schon immer reizten. Ich rechnete mir zu Hause anhand der Angaben auf seiner Homepage ( www.mr-jaehne.de ) alles durch und stellte fest, daß ich eine 36W-Leuchtstoffröhre durch zwei 50cm lange 7,2W-LED-Strips ersetzen könnte (21,6W Ersparnis!). Diese 50cm-LED-Strips sind mit 36 LED besetzt. Bei meinen bisherigen LED-Röhren waren es mindestens dreimal so viele LED, insofern war ich diesen Strips gegenüber mehr als skeptisch.  

Die LED in den Strips sahen jedoch komplett anders aus! Es waren nicht die altmodischen "Hütchen-LED" sondern moderne extrem flache Hochleistungs-3-Chip-LED (Typ 5050, kaltweiß). Ich rief nochmal bei der  

Firma an und man versicherte mir, daß die Leuchtkraft dieser Strips nicht  mit den alten Hütchen-LED vergleichbar sei. Noch immer skeptisch fragte  

ich nach einer Tetstbestellung. Man willigte ein und kurze Zeit später verkabelte ich die gegen Kaution geliehenen LED-Strips, den Dimmer und die Stromversorgung anhand der wahrlich idiotensicheren Anleitung. Das alles natürlich unter größter Vorsicht und Sorgfalt, da ich ja dachte, daß die Sache sowieso nicht hell genug sein wird und ich sie unversehrt zurücksenden muß.  

Zunächst startete der Aufdimm-Vorgang und meine Skepsis wich zuneh-

mend einer "Erleuchtung", nach 30 Minuten erreichten die Hochleistungs-

LED ihre volle Leuchtkraft und ich war begeistert!  

 

 

 

 

 

bisherige Beleuchtung  

mit Leucht-

stoffröhren 

 

 

 

 

 

 

Beleuchtung  

mit LED-Röhre (für mich nur  

ein Kompromiss), aber ich sparte  

immerhin ca.  

18 Watt pro 1,50m-Box! 

 

 

 

 

 

 

 

Jähne-hochleistungs-3-Chip-LED-Strips.  

Für mich ist diese Beleuchtung absolut überzeugend!  

 

 

Die hohen Kelvinzahlen entsprechen in etwa der Lichttemperatur/ Lichtfarbe eines wolkenlosen Himmels und ich spare sogar 21,6 Watt pro 1,50m-Box! Die Strips erschienen mir subjektiv sogar etwas heller als meine bisherigen Beleuchtungsarten. Das Licht wirkt etwas bläulicher (7.500-9.000° Kelvin) als zuvor, dennoch war ich mit den Farben meiner Vögel zufrieden. Gegen Abend begann der 30-minütige Abdimmprozeß, den die Vögel in aller Ruhe nutzten, um eine Schlafgelegenheit aufzusuchen. Sie waren bereits zur Ruhe gekommen, bevor die Mondscheinbeleuchtung erreicht war. Ich mußte sämtliche verbliebenen Nachtlichter ausschalten, um diesen Mondscheineffekt in der Testbox erkennen zu können. Es sah absolut klasse aus!! Ich schreckte einen Vogel auf und er flog zielgenau auf die nächste Sitzstange, als ich 5 Minuten später nach ihm schaute, saß er bereits wieder auf seinem alten Schlafplatz und schlief. Das Mondlicht ist extrem schwach, aber es reicht den Vögeln völlig zur Orientierung aus, es kommt durch meine Beleuch-tungsschächte direkt von oben und blendet nicht. Ein 50cm-LED-Strip verbraucht gemäß der Fa. Jähne im Mondlichtbetrieb etwa 0,5W, im Tagbetrieb 7,2W. Der Dimmer + die Stromversorgung verbrauchen zusammen ca. 2W.  

 

Bisheriges Nachtlicht (8W Energiespar-lampe) in den oberen Boxen  

zu hell, unten  

zu dunkel, Vögel werden primär geblendet, einfach nicht optimal für  

meine Zwecke. 

  

 

LED im Mondlicht-betrieb. Dunkel genug für eine ungestörte Nachtruhe und hell genug zur Orientierung für nachts aufge-schreckte  

Vögel, genial! 

 

Die Firma Jähne bietet Dimmer + Stromversorgung fix und fertig auf einer Schiene montiert an.

 

 

Dimmer + 12V-Stromversorgung  

auf einer befestigbaren Schiene montiert und verkabelt.  

 

 

 

 

 

Wie man sieht, ist der Dimmer mit einem handelsüblichen Stecker + Kabel (in jedem Baumarkt erhältlich) an die Zeitschaltuhr in der Steckdose angeschlossen (blaue Pfeile). Ich kann also nach wie vor die Tageslänge völlig flexibel anpassen. Der Dimmer bekommt seinen Impuls zum Auf- oder Abdimmen von der Zeitschaltuhr (fließt Strom wird aufgedimmt, wenn keiner mehr fließt wird abgedimmt). Die Stromver-sorgung (rechts vom Dimmer) ist dauerhaft an die Netzspannung angeschlossen (rote Pfeile). Nach einem Stromausfall am Tag, startet der Aufdimmprozeß genau wie  am Morgen. Nach einem Stromausfall in der Nacht brennt nur das Mondlicht weiter, da nachts kein Strom die Zeitschaltuhr passieren kann und somit das Signal zum Aufdimmen bis zum Morgen ausbleibt. Die Stromversorgung wurde auf die gleiche Weise an eine Steckdose angeschlossen wie der Dimmer. Die Kabel für die einzelnen LED-Linien wurden ebenfalls gemäß der absolut verständlichen Anleitung der Firma Jähne mit dem Dimmer verbunden. Ein Strang mit mehreren LED-Strips, die per Kabel mit dem Dimmer verbunden sind nennt man Linie. Vom Dimmer aus arbeitet man nur noch mit ungefährlicher 12V-Spannung und muß sich bei der Installation der Leuchtmittel nicht mehr um Stromschläge sorgen. 

 

Verschieden-farbige Vögel unter LED-Strip- Beleuchtung.   

Ich bin mit  

den Farben  

der Vögel  

durchaus zufrieden! 

 

 

 

Sicherlich gibt es viele Züchter, die einen Raum voll Zuchtboxen haben und an der Decke brennen nur ein paar wenige Leutstoffröhren. In solchen Zuchträumen werden ganz gewiss auch viele Vögel nachgezogen, aber man will doch seine hübschen Vögel auch noch in der untersten Box in voller Farbenpracht sehen können oder nicht? Bisher war es allerdings auch nicht leicht handelsübliche Zuchtboxen ohne Beleuchtungsschacht zu beleuchten, bisherige Leuchtmittel nahmen in der Box eine Menge Platz weg und die Vögel konnten sich u. U. sogar daran verletzen. Mit diesen neuartigen hochleistungs-LED-Strips lassen sich solche Zuchtboxen jedoch nun problemlos beleuchten, da sie in der Aluschiene nur ca. 1cm hoch sind. Alternativ können als Meterware erworbene LED-Streifen in den Deckel eines kleinen Kabelkabals geklebt werden, dann sind die fertigen Beleuchtungs-Elemente nur noch 4-5mm hoch. Diese kann man dann einfach mit doppelseitigem Klebeband, Silkon oder anderen Klebstoffen unter die Zuchtboxendecke kleben.

    

Es sind auch kleinere und weniger helle 1-Chip-LED-Strips (Typ 3528) erhältlich. Diese sind zwar in Anschaffung und Verbrauch günstiger, gefallen mir aber nicht so gut wie die Hochleistungs-3-Chip-LED-Strips. Das ist aber Geschmackssache und hängt auch vom bereits vorhandenen Umgebungslicht und der Farbe der Boxen ab. In kleineren weißen Kunststoffboxen können sie durchaus ausreichend sein, wenn man kaltweiße LED nimmt.   

 

Viele Vogelhalter verlangen bei Ihrer Beleuchtung stets nach UV-Licht, was meiner Meinung nach vor allem an der geschickten Vermarktung einiger Vogellampen-Hersteller liegt, die ihre Leuchtmittel an den Mann bringen wollen. UV-A sorgt für eine natürliche Farbwahrnehmung der Vögel, dies mag zwar ganz nett sein, ist für den Vogel aber sicher nicht lebensnotwendig. Manch einer vergleicht die UV-freie Farbwahrnehmung des Vogels gar mit reinem Schwarzweiß-Sehen beim Menschen. Es gibt tasächlich Vogelarten, die das andere Geschlecht nur mit UV-Licht-anteilen so richtig erkennen, das dürfte jedoch für die meisten bei uns gehaltenen Arten auch ohne UV-Licht klappen. Für deutlich wichtiger halte ich das UV-B-Spektrum, welches für die Vitamin-D3- Synthese wichtig ist. Provitamin-D3 wird mit dem Bürzeldrüsenfett im Gefieder verteilt, durch UV-B in Vitamin-D3 umgewandelt und bei der nächsten Gefiederpflege wieder aufgenommen. Den gleichen Effekt erreiche ich durch die regelmäßige Fütterung von Nekton MSA besonders zur Zuchtvorbereitung. Vigantoletten übers Trinkwasser funktionieren ebenfalls. Besonders erwähnenswert ist die Reichweite des UV-Lichts in den handelsüblichen Vogelröhren und Energiesparlampen, sie beträgt lediglich ca. 30 cm und nimmt mit zunehmender Leuchtdauer ab. Nach 6-9 Monaten ist also eine neue UV-Röhre/-Energiesparlampe fällig, obwohl das Leuchtmittel noch einwandfrei funktioniert. Eine Alternative bieten UV-Strahler mit hohen Watt-Zahlen, bei mir brennt zweimal am Tag ein 300W-Strahler (Osram-Vitalux) für 50 Minuten. Die Vögel sonnen sich gern darin, aber gesünder oder zuchtfreudiger sind sie dadurch in meinem Keller noch nicht geworden.  

 

Die Reichweite solcher Strahler ist deutlich besser als bei den zuvor genannten UV-Leuchtmitteln, aber der Stromverbrauch ist nicht zu verachten! Neuerdings gibt es auch UV-LED aus der Industrie, die jedoch noch sehr kostspielig sind. Die Reichweite von deren UV-Licht soll auch schon bei 1-1,5m liegen, aber ich wage zu bezweifeln, daß die Lebensdauer des UV-Spektrums annähernd der Lebensdauer der LED entspricht. Das UV-Licht dürfte recht konzentriert sein, weswegen es bei manchen kombinierten LED-Streifen meist nur 5min pro Stunde brennt.  

UV-Licht wird übrigens durch Fensterscheiben oder auch durch die Glasscheiben in den Boxendecken meiner Zuchtboxen fast vollständig herausgefiltert.  

Zum jetzigen Zeitpunkt passt das Preis-Leistungsverhältnis von LED- Strips mit UV-Anteilen einfach nicht für mich. Wenn in Deutschland eines Tages jede Zuchtbox einzeln ausgeleuchtet ist und die vollgestopften Zuchträume mit 1-2 Leuchtstoffröhren an der Decke der Vergangenheit angehören, können wir das UV-Thema ja nochmals aufgreifen, um alles noch besser zu machen ;-).  

 

Ich habe mir ausgerechnet, daß sich die Anschaffung bei mir nach etwa 3,5 Jahren amortisiert hat. Bei steigenden Strompreisen sogar noch früher. Die LED haben eine Lebensdauer von etwa 50.000 h, dies entspricht bei Vogelzüchtern in etwa zehn Jahren (Trotz der schwachen Nachtbeleuchtung). Sofern also nichts frühzeitig den "Geist" aufgibt, hat sich die Anschaffung allemal gelohnt!

 

 

Einfach nur genial!!

Ich bin sehr zufrieden!!  

Das Licht  

kommt direkt  

von oben.

 

 

   

In der JV-Box habe ich nur einen 50cm-

Strip pro 1,00m-Box gewählt. Die Strips mussten hier hinten unter die Decke geschraubt werden, da ein Lichtschacht  

fehlt. Da die billige Kamera direkt in die LED fotografiert, erscheint die Umgebung  

durch eine automatische Anpassung der Belichtungsintensität  

etwas dunkler.  

 

Tatsächlich sind diese Boxen auf den ersten Blick fast genauso hell wie die anderen, da die Rückwand zusätzlich Licht reflektiert.

 

Man muß jedoch gewisse Abstriche machen, wenn man auf LED umstellt und zuvor Leuchtstoffröhren mit Tageslichtspektrum als einzelne Boxenbe-leuchtungen verwendet hat. Für mich ist meine jetzige LED-Beleuchtung jedoch ein Gewinn, da ich nun Sonnenauf- und Sonnenuntergang simulieren kann, ein optimales Nachtlicht habe, mit den Farben meiner Vögel zufrieden bin und deutlich weniger Stromkosten habe.

 

Wenn Geld absolut keine Rolle für Sie spielt, Sie sich auch durch steigende Stromkosten nicht abschrecken lassen und keine Angst vor 230V haben, würde ich Ihnen zu Lichtleisten mit dimmbarem EVG und T5-Röhren mit Tageslichtspektrum raten (z. B. Narva Biovital T5 HO mit 5.500 Kelvin). Sofern Sie schon dimmbare T8-Lichtleisten haben, können Sie entsprechende T5-Adapter nachrüsten. Mich persönlich trennt jedoch noch ein kleiner Sechser im Lotto von dieser "Geld-spielt-gar-keine-Rolle-Einstellung". Naja ganz so viel wäre es dann doch nicht, 25 dimmbare T5-Lichtleisten und 4 Dimmer inkl. Mondlichteffekt würden mich zusammen knapp 3.000 € kosten (also etwa doppelt so viel wie meine jetzige LED-Anlage) und ich müßte jährlich wieder ca. 800 € für Strom ausgeben (Tendenz steigend). ;-)   

 

Update 2013:

Jähne-LED-Strip-Typ5050-2013

1  

Meine letzte Lieferung an LED-Strips hatte nach mehreren Monaten hier und da einzelne ausgefallene oder stark nachlassende LED erkennen lassen. Ein Anruf bei der Fa. Jähne ergab, daß es wohl Probleme mit einem Lieferanten und mit der neuen Vergußmasse gab. Der Lieferant wurde gewechselt und für die Vergußmasse gibt es inzwischen auch Alternativen (spezieller Elektroniklack). Die Strips wurden selbstverständlich innerhalb kürzester Zeit ausgetauscht (Garantiefall). Diese neuen Strips enthalten eine geniale Änderung, die vielen das Leben erleichtern sollte. Anstatt fest verlöteter Kabel und Stecker haben die Strips nun einfach handelsübliche Lüsterklemmen. Man kann nun alle Kabellängen ganz flexibel selbst festlegen und bei Bedarf auch mal ändern. Natürlich sollte das Ganze nicht gar zu lang werden, wegen des höheren Widerstands bei großen Kabellängen (Leuchtkraftverlust + ggf. Überhitzung). Die neuen 5050-Strips werden in Alu-U-Profilen zwecks besserer Wärmeableitung geliefert, was mir nicht gefällt, denn dadurch wird der abgegebene Lichtkegel der LED-Strips leider deutlich schmaler. Weiterhin werden scheinbar nur noch warmweiße LED angeboten, was für mich nicht in Frage kommt. Die LED selbst sind mit einem isolierenden Schutzlack versehen . Man kann den lackierten Strip nun auch mal abwischen, falls überhaupt nötig, denn wenn der Strip an der Decke nahe der Rückwand installiert wurde und die Box nicht gar zu winzig und überbesetzt ist, dürfte dort nur sehr wenig Dreck landen. Vorn an der Boxendecke angebrachte Strips sieht man zwar nicht, aber man muß die Kabel irgendwie hinter die Box bringen und die ins Gitter geklemmten Trinkröhrchen und Näpfe sorgen über kurz oder lang für eine Verschmutzung der LED-Strips. Es wird empfohlen nur zwei 50cm-Strips bzw. einen 100cm-Strip vom Typ 5050 in Reihe zu schalten. Mit kleinen Verteilerdosen lässt sich dies aber sehr elegant und problemlos umsetzen. Beim Typ 3528 können es problemlos 3m in Reihe sein, da diese LED eine geringere Wattzahl und Leuchtkraft haben und somit auch eine weitaus geringere Wärmeentwicklung zeigen. 

 

Update 2017, inkl. günstigeren Eigenbau-Alternativen:

Ich bevorzuge noch immer normale Alu-Streifen mit beidseitigen Lüster-klemmen anstatt U-Profilen, der Abstrahlwinkel in U-Profilen ist mir deutlich zu gering. Warmweiße LED mit schummeriger Wohnzimmerbeleuchtung gefallen mir nach wie vor nicht, ich bevorzuge definitiv kaltweiße LED und baue mir meine LED-Strips inzwischen selbst. Nach einem Stromausfall starteten meine Jähne-Dimmer immer erstmal den 30minütigen Aufdimmprozess, das war nervig und bedeutete unnötige Zeit im Dunklen für meine Vögel. Ich hatte leider keinerlei weitere Einstelloptionen an den Jähne-Geräten, das war mir nicht mehr genug, weswegen ich im Herbst 2017 meine Jähne-Dimmer komplett verkaufte. 

 

Eine günstige Alternative zu Aluschienen können die Deckel von kleinen Kabelkanälen darstellen, dort passen die LED-Strips perfekt hinein, allerdings kann man hier nur Kabel anlöten, die Befestigung einer Lüsterklemme mit Kleber fällt hier meist schwer. 

   

Um eine eventuelle Überhitzung und den damit verbundenen frühzeitigen Tod meiner LED-Strips zu verhindern, verzichte ich heute auf vergossene (wasserfeste) LED-Strips. Gegen Spritzwasser kann ein spezieller Elektronik-Sprüh-Isolationslack helfen. Wenn man nicht die billigsten LED kauft, bekommt man im Internet eine 5m Rolle mit LED vom Typ 5050 in kaltweiß für ca. 25 €. Auf Angebote mit gratis Dimmer und Netzteil verzichte ich aufgrund der Brandgefahr bei so manchem Billigprodukt. Für handelsübliche weiße Kunststoffzuchtboxen sind kaltweiße LED vom Typ 3528 in aller Regel ausreichend. Die weiter oben empfohlenen Jähne-Dimmer und Stromversorgungen sind aus meiner Sicht absolut robust und idiotensicher, aber man kann eben nur zu einer eingestellten Zeit auf- und abdimmen und hat absolut keine weiteren Einstelloptionen.

 

 

Meine neuen günstigen und flexiblen Dimmer (TC420): 

Da ich aber inzwischen mehr Einstelloptionen bevorzuge, habe ich mir den LED Time Controller TC420 besorgt, den ich flexibel am PC programmieren kann. Leider muss das Laptop nach jeder neuen Programmierung in den Vogelraum zum Dimmer. Die Daten werden dann per Kabel an den Dimmer übertragen. Solche Dimmer gibt es schon für ca. 30-50 € bei Amaz...n, die passende Stromversorgung liegt ähnlich im Preis. Mit dem neuen System kann ich völlig flexibel steuern, zu welcher Tages- und Nachtzeit ich welche Prozentzahl an Licht haben möchte. Nachts sind 1% Nachtlich eingestellt, bei 8h Tageslänge habe ich tagsüber eine Lichtintensität von ca. 60%, bei 14h Tageslänge ist die Lichtintensität bei ca. 92%. Da die Sonne im Winter tiefer steht, ist natürlich auch die Lichintensität geringer, dies lässt sich mit den neuen Dimmern optimal simulieren. Ich steuere die LED nie mit 100% (vollen 12V) an, da dies sonst die Haltbarkeit der LED verringern würde. Es kann für manchen Sparfuchs absolut reichen, die 5050-LED auf 9V zu betreiben, besser sind jedoch ca. 11V, es gibt hierfür entsprechende Universalnetzteile. ACHTUNG, LED vom Typ 5050 haben ca. 14,4 Watt und ca. 1,2 Ampere pro laufenden Meter, die Summe aller angeschlossenen LED-Strips sollte der zulässigen Watt- und Amperezahl der Stromversorgung entsprechen! Ein Meter vom Typ 3528 hat ca. 5 Watt und ca. 0,45 Ampere. Nie zu viele Strips in Reihe schalten! Meine Netzteile habe ich bei www.led-konzept.de gekauft und war mit der Beratung per Mail und per Telefon sehr zufrieden. Die Netzteile inkl. Anschluss waren selbsterklärend: 

 

 

Die Ausgangsspannung habe ich am roten und schwarzen 12V-Ausgangs-kabel mit 11,95V gemessen, eine Justage war somit nicht nötig. Die Ausgangsstromstärke habe ich kurz unter Maximum justiert, wenn ich mehr als 3 LED-Linien à 30 W angeschlossen habe. Als Abstandhalter zwischen

Netzteil und Wand habe ich große Muttern genutzt, um einen Wärmestau zu vermeiden. Da die Netz-teile jedoch derart groß gewählt wurden, kommen sie mit den jeweils max. angeschlossenen 4 Linien à 30 W nie an ihre Belastungsgrenzen und werden daher auch kaum warm.

 

 

 

Um ein Flimmern zu vermeiden, sollte der "Ripple and Noise" Wert möglichst unter 100mVp-p liegen, der meiner großen 150W-Netzteile liegt leicht darüber, ein Flimmern/Flackern konnte ich dennoch nicht feststellen, die LED leuchten bisher ganz normal und die Vögel verhalten sich wie immer. Der Dimmvorgang des TC 420 ist etwas "stufiger"/unsanfter als bei meinen damaligen Jähnedimmern, aber dafür fällt das nervige Pfeifen meiner bisherigen Jähnedimmer während des Dimmvorgangs aus.

 

Manche der 5 Kanäle des TC420 ließen meine LED-Strips weniger hell leuchten, dies bemerkte ich jedoch nur im 1%-Nachtlicht. Notfalls wählt man einen anderen freien Kanal oder man wechselt mit einer Linie, die weniger Strips enthält.

Die 12V-Ausgangsspannung vom Netzteil ließ sich optimal bei "Input V-" (schwarzes Kabel) und "Input V+" (rotes Kabel) an den TC420 anschließen. Für jeden einzelnen LED-Kanal sind Anschlüsse für den Minuspol (OUTPUT CH 1-5, hier blaue Kabel, V-) vorhanden. Den Pluspol gibt es jedoch nur einmal. Da es kaum möglich ist, hier 5 Kabel gleichzeitig anzuschließen, habe ich mir WAGO-Verbindungsklemmen besorgt, hier habe ich ein Kabel vom Pluspol V+ in die WAGO-Klemme geführt und alle weiteren V+ Anschlusskabel (hier weiß) ebenfalls angeklemmt:

Über die WAGO-Klemme lassen sich einzelne LED-Linien auch ohne Schraubenzieher bequem ein und ausschalten indem man den orangenen Hebel anhebt und ein V+ Kabel einsteckt oder herausnimmt. 

 

 

12 Modes für einen geregelten Jahresrhythmus:

Im Winter sind die Tage mit ca. 8h kurz und die Sonne steht niedrig, was zu einer geringeren Helligkeit führt, im Sommer ist es bei ca. 14h Tageslänge umgekehrt. Um dies zu simulieren und um die Übergänge möglichst sanft zu gestalten, habe ich in der mitgelieferten PLED-Software 12 Modes eingegeben, die ich hier zumindest als Bild veröffentlichen möchte:

meine 12 Modes

Drückt man am TC420 "Menu" und wählt über "Enter" den Menüpunkt "Modes" aus, so kann man über die Knöpfe "Up" oder "Down" den jeweiligen Mode 1 bis 12 wählen. Pro Woche steigere/senke ich den Mode um höchstens eine Nummer. Allenfalls bei Weibchen, die sich kaum vom Brüten abbringen lassen wollen, gehe ich auch schon mal von Mode 12 auf Mode 9 oder 10 runter. 

Die einzelnen Modes mussten so aufgeteilt sein, dass ich vor dem Abdimmen abends daheim bin und dass ich zumindest in der Zuchtphase noch vor der Arbeit füttern kann. Daher verlängert sich die Tageslänge nicht immer gleichmäßig morgens und abends. Leider war es mir trotz vieler Versuche nicht möglich, einen Dateiexport vom einen auf den anderen PC zu übertragen, die Datei wird schlichtweg nicht erkannt/importiert. Es scheint als ob die einzelnen Modes tatsächlich nur dort existieren, wo sie eingegeben wurden. Es empfiehlt sich also die Modes wenigstens als Screenshot abzuspeichern, dann muss man die Zeiten nur noch mittels Tabtaste neu eingeben ohne sich Gedanken machen zu müssen.

  

LED-Strip auf Aluschiene im Eigenbau:

Wer keine Angst vor dem Lötkolben hat und etwas handwerkliches Geschick besitzt, kann sich seine Alu-LED-Strips auch selbst herstellen. Ein 50cm langer 5050LED-Strip mit beidseitig angeschraubten Lüsterklemmen hat einen Materialwert von ca. 7€ (Baumarktpreise). Diese Schienen können unter die Decke einer Zuchtbox geklebt oder geschraubt werden. Hier eine kleine Bauanleitung in Bildern: 

Den 45cm langen LED Strip mittig auf die 50cm lange, 3cm breite und 2mm starke Aluschiene kleben. Auf beiden Seiten wird jeweils ca. 1,5cm vom Rand aus ein 3mm Loch mittig gebohrt, für die Senkkopfschrauben wird von hinten mit einem 8mm Bohrer vorsichtig eine trichterförmige Vertiefung geschaffen. Die LED Rollenware ist meist alle 5cm mit der Schere teilbar, bitte die entsprechenden Markierungen beachten.

Die Lüsterklemme wird kopfüber über die Mutter gestülpt, mit einem Kreuzschlitz-Schraubenzieher nach unten gedrückt und mit einem Lötkolben leicht eingeschmolzen und etwas tiefer gedrückt, ansonsten kann es mit der 10mm langen Schraube etwas knapp werden.

Bevor man die Lüsterklemmen auf die Aluschiene schraubt, werden jeweils 2 einadrige Drähte (Klingeldraht) in den Lüsterklemmen fest geschraubt, zurecht gebogen und gekürzt. Nach beidseitigem Anschrauben der Lüsterklemmen sind die Enden der Drähte nun direkt über den Kontakten fixiert und können ohne große Schwierigkeiten angelötet werden. Diese Lötstelle ist der Schwachpunkt der Konstruktion, löst sich ein angelöteter Draht, weil sich z.B. beim Anschrauben der Anschlussleitung die Lüsterklemme dreht oder bewegt, fehlt der Kontakt und man muss dort nachlöten. Die Strips also direkt nach dem Löten testen und ggf. nacharbeiten, falls nötig. Möglichst immer + und - am Strip und auch an den Anschlussleitungen beschriften. Zeitaufwand für 2 Strips inkl. Durchsägen einer 1m Aluschiene = ca. 30min.

 

  

 

P.S.:

Weil ich immer mal wieder angeschrieben oder angerufen werde, als sei ich ein Mitarbeiter der Firma Jähne und könne zu allem eine Auskunft inkl. Preisen geben, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass ich diesen kleinen Erfahrungsbericht nur als Vogelzüchter für Vogelzüchter geschrieben habe, weil mich diese LED-Beleuchtung damals überzeugte. Ich habe außer einem kleinen essbaren Dankeschön auf der Bundesschau 2012 nie etwas für diese "Gratiswerbung" erhalten. Das gilt übrigens auch für alle anderen Links und Firmen, die ich auf meiner Homepage genannt habe. Angeblich soll auch kaum ein Vogelzüchter über meine Homepage auf Jähne-Dimmer etc. aufmerksam geworden sein, was ich mir aufgrund der vielen Anfragen bei mir kaum vorstellen kann. Naja sei es drum, dann ist es ja hoffentlich kein Problem, wenn ich nach ausreichender Testphase günstigere Lösungen aufzeige und meine LED, Dimmer und Stromver-sorgungen nun anderswo deutlich günstiger einkaufe und hier darüber berichte. 

 

 

Verschiedene Vogelstimmen:

 

Alariogirlitz

   

Gelbbauchzeisig

 

Magellanzeisig

 

Bartzeisig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rebhuhnastrild (+ Gemalte Amadine)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1,1 Granatastrild

 

             Besucherzahl:

00209782