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Bitte beachten Sie in Ergänzung zu diesen Zuchtberichten die Literatur-hinweise auf der 1. Seite dieser Homepage. Im Übrigen bin ich der festen Überzeugung, daß das
Internet und auch einige Foren keineswegs einen nachhaltigen Ersatz für
ein anständiges Fachbuch darstellen!! Es bereitet mir immer wieder
Grauen, wenn im Internet die grundlegendsten Dinge (z. B. Ernährung und
Unterbringung) nachgefragt werden. Anwendung einer K(r)nopfkanüle (unbedingt Warnhinweise beachten, keine Gewähr für verletzte Vögel bei unsachgemäßer Anwendung!!)
Vogelstimmen:
siehe auch Gefiederte Welt 06/2011
Unterarten
Die
Nominatform ist insgesamt etwas heller gefärbt. Bei der dunklen Unterart heinrichi
sind Scheitel und Ohrgegend schwarz, außerdem fehlt der gelbe Bart fehlt. Beide
sind kleiner und schlanker als unser einheimischer Grünling.
Geschlechtsunterschiede
Der 1,0
besitzt tiefschwarze Gefiederpartien, die in starkem Kontrast zu seinem
leuchtenden Gelb stehen. Die 0,1 hingegen weist ein eher bräunliches und mattes
Schwarz auf, auch das Gelb ist bei ihr deutlich blasser (besonders in den
Schwungfedern und am Kopf). Die Intensität der Ausfärbung kann jedoch durchaus variieren, was die Geschlechtsbestimmung hin
und wieder etwas erschwert. Jungvögel haben deutliche Melaninstreifen im
Brustbereich und sind eher matt gefärbt. Junge Hähne kann man meist an einem
leuchtend gelben Kehlfleck erkennen.
Herkunft und Lebensweise
Der
Himalayagrünling bewohnt das Himalayagebirge von Pakistan über Indien bis zum
Westen Burmas. Er lebt in Höhen zwischen 1200 und 4000 m bis hinauf zur
Baumgrenze. Man trifft ihn in lichten Waldgebieten, an Wald- und Wegrändern,
Plantagen und in Gärten an. Das Nest wird meist in dichtem Buschwerk oder
Nadel- und Laubbäumen errichtet. Die Nestunterlage besteht aus kleinen Zweigen
und Wurzelfaser. Die Nestschale wird aus Gräsern, Moosen und Fasern errichtet.
Die Nestmulde wird zusätzlich mit feinsten Wurzelfasern, Federn, Wolle und
Haaren ausgepolstert. Das Nest wird in aller Regel allein vom Weibchen
errichtet. Das Gelege besteht aus 3-6 blassblauen Eiern, welche vor allem am
stumpfen Ende mit braunen, rötlichen und violetten Flecken und Kritzeln
versehen sind. Allein das Weibchen bebrütet 13-14 Tage das Gelege. Die Jungen
fliegen im Alter von etwa 17 Tagen aus und sind nach weiteren 2-3 Wochen
selbstständig. Außerhalb der Brutzeit trifft man die Vögel meist in Flügen an,
besonders im Winter. Unterbringung
Der
Himalayagrünling ist winterhart und kann das ganze Jahr über in einer
Außenvoliere gehalten werden. Ein Schutzhaus sollte dennoch angeboten werden,
damit sich der Vogel bei nasskalter Witterung zurückziehen kann. Eine Zucht in
Boxen ist ebenfalls möglich. Zuchtfreunde berichteten mir von erfolgreichen
Bruten in 1,00m breiten Zuchtboxen und auch in der Literatur werden
Zuchterfolge in nur 0,60 m breiten Boxen beschrieben. Mir waren derartige
Unterbringungen jedoch zu klein. Ich habe etwa über 5 Jahre hinweg
Himalayagrünlinge in großen Zuchtboxen gezüchtet, die nicht kleiner waren als
1,50m L x 0,60m H x 0,50m T.
Beleuchtung und Vitamin-D3-Versorgung Über jeder meiner Boxen ist derzeit eine 1,20m
Leuchtstoffröhre angebracht. Dies sind handelsübliche Baumarktröhren, da die
Glasscheiben in der Decke der Boxen ein UV-Spektrum ohnehin herausfiltern
würden, insofern verzichtete ich auf teure Spezialröhren. Allerdings sind diese
Lichtleisten mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) ausgestattet, dadurch
ist die Beleuchtung quasi flimmerfrei und obendrein stromsparender als herkömmliche
Lichtleisten mit Starter. Solche 36W-Lichtleisten gibt es in manchem Baumarkt
schon für unter 5 €! Bei fehlender UV-Strahlung leiden die Vögel oft an
Vitamin-D3-Mangel, was zu einer geminderten Kalziumeinlagerungsfähigkeit führt
(Legenot, Rachitis, …). Vitamin D3 ist normalerweise als Vorstufe im
Bürzeldrüsenfett vorrätig und wird bei der Gefiederpflege auf die Federn
aufgebracht. Dort entsteht mittels UV-Strahlung gebrauchsfertiges Vitamin D3,
welches bei der nächsten Gefiederpflege über den Schnabel aufgenommen wird. Um
Mangelerscheinungen vorzubeugen erhalten all meine Vögel stets ein
Vitamin-D3-Präparat (Nekton MSA), welches ich über Keim-, Quell- und Eifutter
streue. Wenn die Vögel Traubenzucker aus einem Naschnapf aufnehmen, mischt man
einfach etwas Nekton MSA unter. Ich denke, dass eine Haltung in naturnah
gestalteten Volieren mit richtigem Sonnenlicht deutlich besser für die Vögel
ist, nur leider bietet sich mir diese Möglichkeit derzeit nicht. Ich habe das
UV-Versorgungs-Problem mit der Osram-Ultra-Vitalux-Heimsonne für mich
bestmöglich gelöst. Ich biete den Vögeln zweimal täglich 30 Minuten
intensivstes Sonnenlicht, was die Vögel regelrecht zu genießen scheinen.
Namhafte Spezialneonröhren (sogenannte "Birdlampen") bieten bei einem
Abstand von nur 0,30 m zum Vogel kaum noch messbare UV-Strahlung, der
vorgenannte 300 W UV-Strahler hat selbst bei 1,80m Abstand noch messbares
UV-Licht zu bieten (hierzu gibt es besonders im Bereich der Terraristik weitergehende
Informationen). Zur UV-Versorgung in Innenvolieren empfiehlt sich also der
Vitalux-UV-Strahler, für Boxenbeleuchtungen, die nahezu direkt am Vogel wirken
können, reichen auch "Birdlampen". Futter Meine Himalayagrünlinge bekamen stets ein
hochwertiges Waldvogelfutter, welches ich mit etwas Zeisigfutter und
Unkrautsämereien angereichert habe. Rote Kolbenhirse wurde 2-3 mal wöchentlich
sehr gern angenommen. Halbreife Sämereien und Grünfutter wurden bei mir am besten
angenommen, wenn sie mit Wäscheklammern erhöht angebracht waren. Der
Himalayagrünling besitzt einen recht kräftigen Schnabel und ist in der Lage
selbst Kiefernsamen zu knacken. Ein besonderer Leckerbissen waren für meine
Vögel die harten Mariendistelsamen, die etwa zu 5 % dem Körnerfutter
untergemischt wurden. Futterinsekten wie Mehlkäfer-,
Getreideschimmelkäferlarven, Maden, Pinkies und Blattläuse wurden nicht
ange-nommen. Ameisenpuppen und -eier wurden nur angenommen, wenn sie im
Quellfutter „getarnt" waren. Vitamingaben über das Trinkwasser führe ich derzeit
nur noch vereinzelt und am Wochenende durch, da das vitaminisierte Wasser bei
erhöhten Temperaturen recht schnell verdirbt und somit ausgewechselt werden muss.
Zuchtvorbereitung Zur Zuchtvorbereitung und zur Steigerung des
Bruttriebes habe ich meinen Himalayagrünlingen Quellfutter gegeben. Das Futter
wird hierzu etwa 8-16 h in Wasser eingeweicht, anschließend in einem Küchensieb
kräftig mit Wasser durchgespült. Ei- und Keimfutter wurde kaum angenommen. Die
Akzeptanz von Eifutter lässt sich jedoch durch Mischen mit Quellfutter deutlich
steigern. Das Quell- und Eifuttergemisch wurde mit einer F10-Lösung im
Verhältnis von 1:500 leicht besprüht, um es länger frisch zu halten. Weiterhin wurden
Grünfutter (Löwenzahn, Chicorée, Vogelmiere), halbreife rote Kolbenhirse und andere
halbreife Sämereien (Löwenzahnköpfe, Gräser, Nachtkerze, Wegerich,
Hirtentäschel, Mädesüß, ...) sehr gern angenommen. Diese Leckereien wurden stets
mit einer Wäscheklammer erhöht am Gitter oder an Naturzweigen festgeklemmt. Nestbau und Zucht Es kam bei mir in jedem Jahr zu den oft
beschriebenen Frühjahrs- und Herbstbruten, im Sommer schienen meine Vögel stets
eine Pause im Brutgeschäft einzulegen. Als Nistmaterial bekamen sie Kokosfasern,
Sisal, Jute, Baumwolle, Moos und trockenes Gras. Den Nestbau übernahmen die
Weibchen, allerdings hat in 2009 erstmals ein Männchen bei mir das Nest fertig gestellt
(zumindest konnte ich nur ihn beim Bau beobachten). Ich hatte
bisher erfolgreiche Brutpaare, die sich harmonisch gefüttert haben und ich
hatte Zuchtpaare, die sich häufig angedroht und durch die Zuchtbox gejagt haben.
Beide Charaktere haben bei mir jedoch hervorragend gebrütet und aufgezogen.
Nach Ablage des
ersten Eis, wurden alle "treibenden" Futtermittel vorerst abgesetzt.
Die Brutzeit beträgt in aller Regel 12-14 Tage. Bei warmen Temperaturen im
Zuchtraum konnte ich Hennen beobachten, die die "Nachtschicht" beim
Brüten ausgelassen haben. Auch ein erneutes Anschalten der Beleuchtung konnte
daran nichts ändern, da aber immer Jungvögel aus solchen Bruten hervorgingen,
denke ich inzwischen, dass die Hennen instinktiv richtig handelten. Sobald der
erste Jungvogel geschlüpft war, wurde wieder das komplette Nahrungsspektrum
dargeboten. Im Alter von
etwa 6-7 Tagen, je nachdem wie gut die Alttiere gefüttert hatten, konnte ich
die Jungvögel mit 2,8 mm Ringen kennzeichnen. Dies geschieht am besten abends, 45 Minuten vor dem
Ausschalten der Beleuchtung, damit die Alttiere weniger Gelegenheit haben den
Ring wieder abzustreifen. Kritische Entwöhnungphase Die Jungvögel sind etwa 2-3 Wochen nach dem
Ausfliegen selbstständig und benötigen in dieser Phase eine abwechslungsreiche
Ernährung. Im ersten Zuchtjahr habe ich in dieser Entwöhnungsphase 5 von 8
Jungvögeln durch Kokzidien oder dadurch hervorgerufene Sekundärinfekte
verloren. Seit dieser Zeit bekommen meine Jungvögel 3-4 Wochen nach dem
Ausfliegen über 2 Tage hinweg 1,5 ml Baycox (flüssig, 2,5 %, für Huhn und
Pute) auf 1 Liter Trinkwasser und überleben somit diese kritische
Phase. Einige andere Züchter konnten mir von ähnlichen Erfahrungen berichten. Die
Jungvögel verbrachten anschließend den Winter im Jugendkleid und färbten im
darauffolgenden Frühjahr nach und nach ins farbenprächtige Adultkleid um.
Resumee
Ich hatte
trotz einer ansehnlichen Anzahl an Zuchtpaaren (5,5) meist nur bei 2 oder 3
Pärchen pro Saison Zuchterfolge nachzuweisen. Es könnte daran gelegen haben,
daß sich die Paare gegenseitig gestört haben, da sich die Zuchtboxen teilweise
gegenüber standen. Ein weiterer Punkt war meiner Meinung nach der fehlende
Winter in meinen Zuchträumen, da ich die Temperatur in der Ruhephase nicht
unter 15° Celsius bekommen konnte. Alles in allem ist der Himalayagrünling ein
bei entsprechender Ernährung und Unterbringung robuster und pflegeleichter
Vogel. Er kann zwar nur mit einem bescheidenen Grünlingsgesang aufwarten
(ähnlich unserem heimischen Grünling), besticht aber dafür durch seine äußerst
ansprechende und kontrastreiche Gefiederfärbung in gelb und schwarz. Eine Zucht
und Unterbringung in Boxen ist zwar möglich, aber ich persönlich bin zu dem
Schluß gekommen, dass eine Unterbringung in geräumigen und bepflanzten Außenvolieren
dem Zuchterfolg und dem Wohlbefinden der Tiere deutlich zuträglicher ist,
weswegen ich meine „Himalayas" inzwischen in Volierenhaltungen abgegeben
habe.
siehe auch Gefiederte Welt 06/2011
Unterbringung und Ernährung
Der Gelbbauchzeisig ist ein sehr angenehmer Pflegling, der u. U. auch
sehr zutraulich werden kann (einer hat mir mal Perilla aus der Hand
gefresen :-) ). Die Schwierigkeit besteht zunächst darin "saubere"
Gelbbauchzeisige zu finden, die frei von Einkreuzungen anderer
Zeisigarten sind und die in etwa der Wildform entsprechen: kleiner,
rundlicher Vogel mit vergleichsweise stark gekrümmten Schnabel, Das
Schwarz des Bürzels sollte möglichst frei von gelben oder grünen Federn
sein, ganz besonders der Rücken und der Kopf müssen einwandfrei schwarz
sein (nicht verwechseln mit Resten der Jugendmauser, kann bei jungen
Vögeln schonmal bis zur nächsten Mauser bleiben), das Schwarz der Brust
sollte möglichst weit an den Bauch heran ragen, schlanke + schmale
Vögel, deren Schwarz gerade über die Kehle hinaus geht, gehören nicht
in einen wildformnahen Zuchtstamm!! | |||||||||||||